Dirk Ramackers
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Nur zwei Autos getestet, und schon einen Volltreffer gelandet-
dass es uns so leicht gemacht werden würde, hatten wir auch nicht gedacht.
Dabei wollten wir einfach nur wissen, ob die angeblich so sauberen modernen
Autos, von Politik und Herstellern regelrecht als Umweltengel propagiert, auch
außerhalb des nur bedingt praxisnahen Fahrzyklus eine weiße Weste behalten,
nachdem vage Andeutungen hinter vorgehaltener Hand daran Zweifel genährt
hatten.
Mit unseren Fahrtests betraten wir Neuland, ähnliche Versuche hatte es zuvor
noch nicht gegeben. Natürlich kann diese Art von Vergleichsfahrten die
Prüfstandläufe nicht ersetzen, denn der Abgastester liefert im Gegensatz zum
Verfahren des Gesetzgebers keine „harten" Werte in Gramm pro Kilometer,
sondern Volumenprozente und parts per million, die allerdings per Beuteltest
leicht verifizierbar wären. Doch auch ohne wissenschaftlichen Anspruch zeigt
unser Vergleich eins ganz klar: Dass Steuervergünstigungen offensichtlich mit
der Gießkanne über Neuwagen ausgeschüttet werden und dadurch mancher bekommt,
was er nicht verdient. Den Käufern kann dabei kein Vorwurf gemacht werden, denn
die können sich nur auf die Herstellerangaben verlassen.
Dass mancher auch nicht bekommt, was er verdient hätte, zeigt der Fall Wurm.
Jahrelange Auseinandersetzungen mit Behörden, sogar Gerichtsverfahren waren
nötig, damit seine Autos die (steuerliche) Anerkennung erhielten, die ihnen
gebührt - in Berlin-Brandenburg und Hessen bleibt sie ihnen bis heute verwehrt.
Diese Abwehrhaltung zeigt, dass der Gesetzgeber an einer qualifizierten
Nachrüstung nie interessiert war, sondern als verlängerter Arm der mächtigen
Autoindustrie den Neuwagenverkauf ankurbeln wollte. Sie hat manchen Kat-Tüftler
sicherlich genauso abgeschreckt wie die zehntausende Mark teuren
Zulassungsverfahren auf dem Prüfstand, die Massenhersteller aus der Portokasse
zahlen, Nachrüster finanziell aber überfordern.
Vielleicht lernt der Gesetzgeber ja bei der derzeit laufenden Diskussion um
Motorradkatalysatoren aus den Fehlern der Vergangenheit.
Allein, mir fehlt der
Glaube... |